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Lernfelder und Bündelungsfächer

Beschreibung der Bündelungsfächer

Die Beschreibung der Bündelungsfächer verdeutlicht den Zusammenhang der Arbeits- und Geschäftsprozesse in gleichen oder affinen beruflichen Handlungsfeldern, die konstituierend für die jeweiligen Lernfelder sind. Die Lernfeldübersicht zeigt die Zuordnung der Lernfelder zu den Bündelungsfächern.

Audiologische Beratung

Das Bündelungsfach Audiologische Beratung fasst die Lernfelder zusammen, die sich aus der Notwendigkeit zur Erfassung und Dokumentation eines individuellen Hörprofils und der daraus abzuleitenden Versorgungsstrategie ergeben.

Im ersten Ausbildungsjahr steht im Lernfeld 1 die Schaffung einer förderlichen Gesprächsatmosphäre im Vordergrund. Die Wahrnehmung und Berücksichtigung von Befindlichkeiten, Bedürfnissen und etwaigen Kommunikationshindernissen ist eine zentrale Anforderung. Die Schülerinnen und Schüler planen die Erfassung der versorgungsrelevanten Ausgangssituation, führen diese durch und dokumentieren die sich ergebenden Informationen in entsprechenden Dokumentationsunterlagen. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre an Fallbeispielen und in Rollenspielen gewonnenen Erkenntnisse über das Gelingen von Kommunikation zur Versorgung von Patientinnen und Patienten.
Der Schwerpunkt im Lernfeld 7, welches dem zweiten Ausbildungsjahr zugeordnet ist, liegt in der Erstellung individueller Hörprofile und der sich daraus ergebenden fallbezogenen Beratung. Die Schülerinnen und Schüler sondieren Eckdaten zur Hörfähigkeit, dem allgemeinen Gesundheitszustand, etwaigen Vorerkrankungen und früher durchgeführten Maßnahmen und individuellen Wünschen. Sie analysieren die Erkenntnisse hinsichtlich der Auswahl technischer Methoden zur Messung und Konkretisierung der Datenlage. Sie wenden wertschätzende Gesprächstechniken an, um den sich ergebenden Versorgungsbedarf zu kommunizieren.

Im dritten Ausbildungsjahr fließen im Lernfeld 12 verstärkt altersabhängige und krankheitsbedingte Besonderheiten in die Beratung ein. Die Schülerinnen und Schüler berücksichtigen das Wissen über altersabhängige Veränderungen von Physiologie, Motorik, Gedächtnisleistung, Lernfähigkeit und krankheitsbedingten Veränderungen und Einschränkungen. Sie integrieren diese Erkenntnisse in die Planung und Durchführung von Beratungsgesprächen für Betroffene sowie deren Angehörige.

Akustik und Audiologie

Das Bündelungsfach Akustik und Audiologie fasst die Lernfelder zusammen, deren Schwerpunkte in der messtechnisch unterstützten individuellen Festlegung eines Versorgungszieles für die Patientinnen und Patienten, einer sich daraus ergebenden Auswahl von Hörsystemen sowie deren Voreinstellung, Anpassung und messtechnisch begleiteten Erprobung zu sehen sind.

Im ersten Ausbildungsjahr liegt der Schwerpunkt auf dem durch Messungen und Tests gewonnenen möglichst wirklichkeitsnahen Bild des Hörvermögens. Ein Schwerpunkt ist dabei die Planung, Durchführung und Auswertung reintonaudiometrischer Messungen zur Erfassung von Hörminderungen. Anhand normgerechter Diagramme dokumentieren die Schülerinnen und Schüler die relevanten Parameter und bewerten diese (LF 2). Im Lernfeld 4 werden Kenngrößen der Schallerzeugung, -ausbreitung und des Hörgeräteverhaltens erarbeitet. Die Schülerinnen und Schüler wählen geeignete messtechnische Verfahren aus und führen Messungen durch, um Schallereignisse, Schallausbreitung und das Hörgeräteverhalten beurteilen zu können. Dabei berücksichtigen sie die gültigen Normen. Im Lernfeld 8 führen die Schülerinnen und Schüler sprachaudiometrische Tests und weitergehende audiologische Messungen durch, visualisieren die Ergebnisse und präsentieren diese im Team.

Im zweiten Ausbildungsjahr wird die ganzheitliche und strukturierte Vorgehensweise bei der Versorgung mit einem geeigneten Hörsystem erlernt. Ausgehend von individuellen Hörprofilen und messtechnisch sowie durch Tests ermittelten Befunden definieren die Schülerinnen und Schüler in Fallbeispielen Versorgungsziele. Sie stellen in Simulationen den Betroffenen Versorgungsmöglichkeiten vor, wählen geeignete Hörsysteme aus und passen diese entsprechend der individuellen objektiven und subjektiven Gegebenheiten an.

Im dritten Ausbildungsjahr lernen die Schülerinnen und Schüler im Lernfeld 13 die Prinzipien objektiver audiometrischer Messungen kennen und führen entsprechende Messungen durch. Sie verstehen sich als Teil eines interdisziplinären Teams bei der Tinnitusversorgung und -beratung. Sie integrieren objektive Messungen und subjektive Parameter und stellen im Rahmen einer interdisziplinären Versorgung Tinnitusgeräte ein. Im Lernfeld 15 wird die Anpassung von Hörsystemen vertieft. Durch Messungen und Tests werden die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten subjektiv und objektiv erfasst und die Ergebnisse bei der Voreinstellung bzw. Nachjustierung von Hörsystemen berücksichtigt. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die Ergebnisse und optimieren Verfahren und Arbeitsabläufe um Qualitätsstandards zu erfüllen.

Otoplastik

Das Bündelungsfach Otoplastik fasst die Lernfelder zusammen, deren Schwerpunkte in der Herstellung, der Anpassung an die Wünsche der Patientinnen und Patienten und der Schutzfunktion von Otoplastiken gegen Umwelteinflüsse liegen.

Im ersten Ausbildungsjahr bestimmen die Schülerinnen und Schüler Kriterien für die dreidimensionale Abbildung des äußeren Ohres. Sie untersuchen das Außenohr auf anatomische Eigenschaften und pathologische Veränderungen und führen eine Otoskopie durch. Auf dieser Grundlage wägen sie Handlungsalternativen ab und entscheiden sich für ein Abbildungsverfahren (LF 3).

Im zweiten Ausbildungsjahr verfügen die Schülerinnen und Schüler über die Kompetenz, Otoplastiken unter Berücksichtigung der relevanten Gegebenheiten sowie der Wünsche der Patientinnen und Patienten herzustellen. Sie machen sich mit den Aufgaben von und Anforderungen an Otoplastiken vertraut. Sie verschaffen sich einen Überblick über Otoplastikformen und Kriterien zu deren Auswahl. Sie informieren sich über die Möglichkeiten der Beeinflussung der Schallübertragung durch die Otoplastik und deren prinzipielle Wirkung. Sie vergleichen verschiedene Fertigungsverfahren, die für die Fertigung einsetzbaren Materialien und deren Eigenschaften (LF 9).

Im dritten Ausbildungsjahr verfügen die Schülerinnen und Schüler über die Kompetenz, Patientinnen/Patienten und Kundinnen/Kunden über Maßnahmen zum Schutz des Ohres zu informieren und Gehörschutzotoplastiken anzupassen. Sie kategorisieren die unterschiedlichen Gefahrensituationen für das Ohr unter Berücksichtigung der physiologischen Vorgänge im Ohr und ordnen den Gefahrensituationen mögliche individuelle Gehörschutzmaßnahmen zu. Sie planen die Anpassung von individuellem Gehörschutz und beraten Kundinnen und Kunden sowie Patientinnen und Patienten. Sie erkennen persönliche und gesellschaftliche Folgen einer ständigen Geräusch- und Lärmexposition und machen es sich zur Aufgabe, auch außerhalb ihrer beruflichen Tätigkeit, Aufklärung zu betreiben (LF 14).

Service und Instandhaltung

Das Bündelungsfach Service und Instandhaltung fasst die Lernfelder zusammen, die sich bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Hörgeräten und technischem Zubehör ergeben.

Im ersten Ausbildungsjahr entwickeln die Schülerinnen und Schüler eine systematische Vorgehensweise, um die Funktionsfähigkeit von Hörgeräten durch Funktionskontrollen und Messverfahren beurteilen zu können. Sie wenden dazu normgerechte Fehleranalyse-, Mess- und Dokumentationsverfahren an. Beanstandungen der zu versorgenden Personen hinsichtlich Funktion und Passform werden einbezogen, um aus den vorliegenden Daten Maßnahmen zur Optimierung abzuleiten. Arbeitsschritte zur Optimierung der Versorgung werden geplant und durchgeführt.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln die Fähigkeit, in der Kommunikation mit zu versorgenden Personen einerseits und als Teil eines interdisziplinären Teams andererseits technische Sachverhalte in angemessener Weise zu erläutern.

Im dritten Ausbildungsjahr planen die Schülerinnen und Schüler eine ergänzende Versorgung mit Anlagen und Systemen, die unter Anwendung unterschiedlicher Funktechnologien das Nutzungsspektrum und den Kommunikationskomfort erhöhen. Die Schülerinnen und Schüler erwerben das nötige Hintergrundwissen, um geeignete Systeme auswählen, typische Funktionsweisen angemessen erläutern und Fehlfunktionen erfassen und ggf. beheben zu können.

Spezifische Geschäftsvorgänge

Das Bündelungsfach Spezifische Geschäftsvorgänge umfasst die Lernfelder, deren Schwerpunkte im Handeln im ökonomischen Umfeld eines Hörakustikbetriebes liegen.

Im ersten Ausbildungsjahr werden im Lernfeld 6 die gesetzlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen behandelt, die den Verkauf von Hörgeräten und ergänzenden Systemen, inklusive der Abwicklung von Reklamationen betreffen. Die Auszubildenden nehmen das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen seitens des Betriebes einerseits und Interessen von Kundinnen und Kunden andererseits wahr und wenden eine problemlösungsorientierte Gesprächsführung an. Hörminderung und weitere Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit werden dabei angemessen berücksichtigt.

Im zweiten Ausbildungsjahr planen die Schülerinnen und Schüler im Lernfeld 11 Strategien zur Vermarktung von Geräten, Systemen und Dienstleistungen und präsentieren diese. Unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Akzeptanz durch die Zielgruppe und des vorhandenen Budgets wählen die Schülerinnen und Schüler geeignete Werbemittel und Werbeträger aus.

Im dritten Ausbildungsjahr steht im Lernfeld 17 die Abwicklung von Abrechnungen mit verschiedenen Kostenträgern im Vordergrund. Die Schülerinnen und Schüler erwerben Kenntnisse über das Krankenkassen- und Abrechnungswesen. Sie dokumentieren Versorgungsabläufe unter Berücksichtigung des Datenschutzes, bereiten entsprechende Unterlagen vor und führen eine norm- und sachgerechte Geschäftskorrespondenz mit den beteiligten Parteien.

Lernfeldübersicht

1. Ausbildungsjahr
Lernfeld 1Lernfeld 2Lernfeld 3Lernfeld 4Lernfeld 5Lernfeld 6

40 Std.

Audiologisches Vorgespräche führen

60 Std.

Reintonaudiometrie durchführen

40 Std.

Dreidimensionale Abbilder des äußeren Ohres herstellen

60 Std.

Messverfahren für die hörakustische Datenbestimmung auswählen

40 Std.

Service- und Instandhaltungs­maßnahmen an Hörsystemen und Hörsystemzubehör durchführen

40 Std.

Hörsysteme, Zubehör und Dienstleistungen anbieten und verkaufen

exemplarische Lernsituationen 

exemplarische Lernsituationen 

exemplarische Lernsituationen 

exemplarische Lernsituationen 

2. Ausbildungsjahr
Lernfeld 7Lernfeld 8Lernfeld 9Lernfeld 10Lernfeld 11

40 Std.

Individuelle Hörprofile erstellen und Patientinnen und Patienten beraten

60 Std.

Sprachaudiometrie und weitergehende audiologische Messungen durchführen

40 Std.

Otoplastiken herstellen

80 Std.

Hörsystemeigenschaften patienten-spezifisch auswählen und Hörsysteme voreinstellen

60 Std.

Hörakustikspezifische Marketingaktionen patientenorientiert durchführen

3. Ausbildungsjahr
Lernfeld 12Lernfeld 13Lernfeld 14Lernfeld 15Lernfeld 16Lernfeld 17

40 Std.

Patientinnen und Patienten mit altersabhängigen und krankheitsbedingten Besonderheiten beraten

60 Std.

Objektive audiometrische Messungen auswerten und bei Tinnitusversorgungen mitwirken

40 Std.

Patientinnen/Patienten und Kundinnen/Kunden mit persönlichem Gehörschutz versorgen

60 Std.

Hörsysteme fein anpassen und Kontrollmessungen durchführen

40 Std.

Ergänzende auditive Kommunikationsanlagen anpassen sowie Service- und Instandhaltungsmaßnahmen durchführen

40 Std.

Hörakustikspezifische Geschäfts- und Abrechnungsprozesse durchführen

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 26.01.2017