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Lernfelder und Bündelungsfächer

Beschreibung der Bündelungsfächer

Die Beschreibung der Bündelungsfächer verdeutlicht den Zusammenhang der Arbeits- und Geschäftsprozesse in gleichen oder affinen beruflichen Handlungsfeldern, die konstituierend für die jeweiligen Lernfelder sind. Die Lernfeldübersicht zeigt die Zuordnung der Lernfelder zu den Bündelungsfächern.

Kundenkommunikation und -service

Das Fach Kundenkommunikation und -service bündelt alle Lernfelder, die sich einerseits mit der Struktur und den Arbeitsabläufen im Betrieb befassen, andererseits die patientenorientierte, kompetente Beratung im Fokus der Vermittlungsarrangements haben.

Im ersten Ausbildungsjahr befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit rechtlichen Grundlagen ihrer Ausbildung, z. B. der Ausbildungsordnung sowie der betrieblichen Organisationsstruktur. Sie erkunden Tätigkeitsbereiche und Perspektiven ihres Berufes (LF 1).

Im zweiten Ausbildungsjahr informieren sich die Schülerinnen und Schüler über Kommunikations- und Präsentationstechniken (LF 8), die für einen wertschätzenden und zugewandten Umgang mit der Kundin oder dem Kunden und der Patienten oder dem Patienten von Relevanz sind und wenden diese an.

Im dritten Ausbildungsjahr wenden sie diese Kompetenzen im Rahmen der Übergabe konfektionierter Hilfsmittel an - auch unter Berücksichtigung von Verletzungen im Sprung- und Kniegelenk - und reflektieren ihr Verhalten vor dem Hintergrund eines emphatischen und sensiblen Patientenumgangs (LF10).

Im vierten Ausbildungsjahr entwickeln die Schülerinnen und Schüler geeignete Marketingstrategien für den Vertrieb eigener und zugekaufter Produkte. Sie arrangieren in diesem Zusammenhang die Gestaltung von Schaufenstern und Verkaufsräumen, evaluieren ihr Verkaufshandeln und erweitern auf dieser Ebene ihre Kompetenzen (LF 13).

Sie machen sich mit rechtlichen Vorgaben der Fußpflege vertraut und führen einzelne Behandlungsmaßnahmen als Ergänzung zur orthopädischen Versorgung und in Abgrenzung zur Podologie durch. Zusätzlich beraten sie Patientinnen und Patienten unter präventiven Gesichtspunkten und geben Hinweise für die häusliche Fußpflege (LF 14).

Schuhanalyse und Bauteilarbeiten

Das Bündelungsfach Schuhanalyse und Bauteilarbeiten umfasst alle Lernfelder, die sich mit den Einzelelementen konfektionierter und orthopädischer Schuhe und deren Bearbeitung auf der Grundlage einer akribischen Analyse des Schuhs und der Konstitution der Trägerin oder des Trägers befassen.

Im ersten Ausbildungsjahr informieren sich die Schülerinnen und Schüler über die Anatomie, Pathologie und Physiologie von Fuß und Bein und sich daraus ergebenden Konsequenzen für den Schuh (LF 2, LF 3). Weiterhin machen sie sich mit den Besonderheiten des Aufbaus, der Reparatur und der Pflege einzelner Bauteile eines Schuhs vertraut und entwickeln die Fähigkeit, diese auf der Grundlage verschiedener Arbeitsverfahren herzustellen und zu modifizieren. Aufbauend auf ihren anatomischen, pathologischen und physiologischen Erkenntnissen leiten sie Notwendigkeiten für die Bearbeitung der einzelnen Bauteile eines Schuhs ab (LF 3).

Im zweiten Ausbildungsjahr gestalten die Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung der Indikation Schaftmodelle für orthopädieschuhtechnische Versorgungen unter funktionalen und ästhetischen Gesichtspunkten und erweitern so ihre Kompetenzen (LF 7).

Schuhtechnik

Das Bündelungsfach Schuhtechnik fasst alle Lernfelder zusammen, die sich mit der Herstellung orthopädischer Maßschuhe und der Anbringung orthopädieschuhtechnischer Schuhzurichtungen befassen.

Im ersten Ausbildungsjahr analysieren die Schülerinnen und Schüler die Indikationen und biomechanischen Modifikationen, die zu einer Schuhzurichtungsverordnung führen. Sie verschaffen sich einen Überblick über orthopädische Zurichtungen, beurteilen deren Auswirkungen auf Statik und Gangbild und stellen diese her. Sie dokumentieren den Herstellungsprozess im Abgleich mit bereits erfassten Patientendaten und überprüfen diesen hinsichtlich funktioneller, kosmetischer und ökonomischer Aspekte (LF 4).

Im zweiten Ausbildungsjahr informieren sich die Schülerinnen und Schüler über Fußfehlformen und systemische Erkrankungen. Sie stellen entsprechend der Indikation und unter Berücksichtigung des funktionsgerechten Werkstoffeinsatzes orthopädische Bettungen her, beurteilen deren Auswirkung auf die Statik und das Gangbild. In diesem Zusammenhang beurteilen sie die Wirkung der Bettung auf die Gesamtkonstitution der Patientin oder des Patienten (LF 6).

Im dritten Ausbildungsjahr fertigen die Schülerinnen und Schüler - die Gesamtkomplexität eines Herstellungsprozesses umsetzend - orthopädische Maßschuhe unter Verwendung verschiedener Bodenbefestigungsarten. Dabei kalkulieren sie die Fertigungskosten und optimieren Arbeits- und Übergabeprozesse (LF 9).

Orthetik

Das Bündelungsfach Orthetik vereint alle Lernfelder, die sich mit der Korrektur, Stützung und Entlastung des Bewegungsapparates der unteren Extremität befassen.

Im zweiten Ausbildungsjahr führen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Untersuchungs-, Mess- und Abformtechniken des Fußes durch. Sie fertigen anhand geeigneter Produktionsverfahren und unter Berücksichtigung der funktionsspezifischen Materialauswahl orthopädische Einlagen und passen diese in den Konfektionsschuh ein. Dabei werden sie sich ihrer Verantwortung im Spannungsfeld zwischen optimaler Patientenversorgung und wirtschaftlicher Umsetzbarkeit bewusst und wenden diese Erkenntnisse an (LF 5).

Im dritten Ausbildungsjahr erkundigen sich die Schülerinnen und Schüler über die Beschaffenheit, Herstellung und Wirkung von individuell gefertigten Orthesen, Innenschuhen und Prothesen. Sie beleuchten sowohl ökonomische als auch ökologische Gesichtspunkte. Im Gesamtkontext reflektieren, bewerten und evaluieren sie die Chronologie und die Funktionsgerechtigkeit des Planungs-, Fertigungs- und Übergabeprozesses im Hinblick auf die Umsetzung einer vollständigen Handlung. Sie erweitern ihre professionelle Kompetenz, indem sie die gewonnenen Erkenntnisse auf andere Bereiche ihrer beruflichen Lebenswirklichkeit übertragen und einen Handlungsplan zur Systematisierung der Vorgehensweise bei betrieblichen Herstellungsprozessen erstellen (LF 11).

Sie fertigen zudem Zehen- und Fußprothesen und passen diese, angelehnt an spezielle Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten, an. Dabei berücksichtigen sie deren psychische Befindlichkeit aufgrund traumatischer Erfahrungen (LF 12).

Lernfeldübersicht

1. Ausbildungsjahr
Lernfeld 1Lernfeld 2Lernfeld 3Lernfeld 4

40 Std.

Beruf und Betrieb präsentieren

80 Std.

Orthopädische Schuhe und Konfektionsschuhe beurteilen und reparieren

80 Std.

Orthopädieschuhtechnische Einbauelemente herstellen

80 Std.

Orthopädieschuhtechnische Schuhzurichtungen anbringen

2. Ausbildungsjahr
Lernfeld 5Lernfeld 6Lernfeld 7Lernfeld 8

80 Std.

Orthopädische Einlagen herstellen und anpassen

100 Std.

Orthopädische Bettungen herstellen

60 Std.

Schäfte für orthopädieschuhtechnische Versorgungen herstellen

40 Std.

Patientinnen/Patienten und Kundinnen/Kunden über vorbeugende und gesundheitsverbessernde Maßnahmen beraten

3. Ausbildungsjahr
Lernfeld 9Lernfeld 10Lernfeld 11Lernfeld 12

100 Std.

Orthopädische Maßschuhe herstellen

80 Std.

Konfektionierte Hilfsmittel der unteren Extremität anpassen und übergeben

60 Std.

Innenschuhe und individuelle Orthesen für Fuß und Unterschenkel herstellen und anpassen

40 Std.

Zehen- und Fußprothesen herstellen und anpassen

4. Ausbildungsjahr
Lernfeld 13Lernfeld 14

80 Std.

Konfektionierte Schuhe, berufsspezifische Waren und Dienstleistungen verkaufen

60 Std.

Pflegende und prophylaktische Maßnahmen am Fuß durchführen

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 20.09.2016