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Lernfelder und Bündelungsfächer

Beschreibung der Bündelungsfächer

Die Beschreibung der Bündelungsfächer verdeutlicht den Zusammenhang der Arbeits- und Geschäftsprozesse in gleichen oder affinen beruflichen Handlungsfeldern, die konstituierend für die jeweiligen Lernfelder sind. Die Lernfeldübersicht zeigt die Zuordnung der Lernfelder zu den Bündelungsfächern.

Fertigungsprozesse

Die Handhabung handgeführter Werkzeuge bildet die Grundlage im Fertigungsprozess im ersten Ausbildungsjahr.

Anhand von technischen Unterlagen planen die Schülerinnen und Schüler den Werkzeugeinsatz und führen für die Fertigung werkstückbezogene Berechnungen durch. Im Rahmen der Umformverfahren ermitteln die Schülerinnen und Schüler technologische Kennwerte für das Biegen, ermitteln und berücksichtigen die auftretenden Fertigungskosten und dokumentieren die Prüfergebnisse der gefertigten Bauelemente (LF 1).

Aufbauend fertigen die Schülerinnen und Schüler Bauelemente mit Maschinen. Dabei werten sie technische Unterlagen aus und planen auftragsbezogen die notwendigen Werkstoff- und Schneidparameter. Sie erweitern ihre Kenntnisse über den Aufbau und die Wirkungsweise von Fertigungsmaschinen und setzen notwendige Betriebs- und Hilfsmittel unter Einhaltung der Arbeitssicherheits- bzw. Gesundheitsbestimmungen ein. Die Arbeitsergebnisse werden geprüft, dokumentiert und zur Analyse des Fertigungsprozesses herangezogen (LF 2).

Im zweiten Ausbildungsjahr werden verschiedene Schneidverfahren und das Herstellen von Bauteilen durch Umformverfahren detailliert betrachtet.

Die Schülerinnen und Schüler stellen Bauteile unter Anwendung unterschiedlicher Schneidverfahren gemäß Fertigungsablauf und Einsatz an. Sie werten Fertigungsunterlagen aus und ermitteln geeignete Werkzeuge und Maschinen. Sie sind in der Lage, Kennwerte und Phasen der Schneidverfahren zu beschreiben und zu berechnen. Die Inbetriebnahmen der Maschinen erfolgt auch hier unter Berücksichtigung von Vorschriften und Sicherheitsanweisungen. Die Schülerinnen und Schüler beurteilen nach Qualitätsmerkmalen die Bauteile und optimieren den Fertigungsablauf (LF 5).

Die Schülerinnen und Schüler wählen gemäß des herzustellenden Bauteils das entsprechende Umformverfahren aus. Sie planen den Einsatz der Werkzeuge und notwendige Fertigungs-schritte. Sie bestimmen Biegekräfte und -spannungen und berechnen über Zuschnitte gestreckte Längen. Die Schülerinnen und Schüler berücksichtigen insbesondere die Oberflächen- und Wärmebehandlungsverfahren. Die Qualität der gefertigten Bauelemente wird anhand der relevanten Parameter geprüft (LF 6).

Im dritten Ausbildungsjahr werden die Fertigungsprozesse um die Stanz- und Umformtechnik ergänzt und vertieft.

Die Schülerinnen und Schüler planen die Herstellung von Stanz- und Umformteilen mit Verbundwerkzeugen. Mit Kenntnissen über den Aufbau und Funktion der entsprechenden Maschinen beschreiben sie Fertigungsstufen und legen diese in Arbeitsplänen fest. Sie führen verschiedene Ziehverfahren durch unter Berücksichtigung definierter Prozessparameter. Die Schülerinnen und Schüler beurteilen die Bauteile auf Qualität und stellen über Wartungspläne Prozessqualitäten sicher. In Prüfprotokollen werden Qualitätsmerkmale dokumentiert (LF 10).

Montageprozesse

Im ersten Ausbildungsjahr montieren die Schülerinnen und Schüler Baugruppen, werten technische Dokumente aus und analysieren Funktionen und Kraftflüsse. Für die Montage planen sie die Reihenfolge und nutzen hierfür unterschiedliche Darstellungsweisen. Für konstruktive Auslegungen führen sie Berechnungen durch und wählen normgerecht Bauteile aus und bereiten ggf. Vorrichtungen vor. Das Prüfen der montierten Baugruppen wird dokumentiert und qualitativ bewertet, um die Qualität teamorientiert zu steigern (LF 3).

Automatisierungsprozesse

Im zweiten Ausbildungsjahr werden Prozesse in der Automatisierung vermittelt.

Die Schülerinnen und Schüler analysieren Zuführungs- und Materialflusssysteme an Drahtziehanlagen und planen deren Einsatz. Sie führen verschiedene Walzrichtverfahren unter Berücksichtigung vorgegebener Prozessparameter aus. Sie bestimmen die Geschwindigkeiten von Blechstreifen und Drähten in der Produktion und beurteilen das Arbeitsergebnis (LF 7).

Die Schülerinnen und Schüler planen die Arbeitsabläufe und die Bereitstellung der notwendigen Betriebsmittel. Sie richten Schmiersysteme ein und beachten die Arbeitssicherheitsvorschriften (LF 8).

Weiterhin analysieren die Schülerinnen und Schüler die Prozessparameter einschlägiger Produktionsanlagen und erkennen die Einflussgrößen auf die Produktqualität. Sie planen den Einsatz von Pressen und Laseranwendungen, um Bauteile über die Stanz- und Lasertechnik herzustellen. Es werden technologische und wirtschaftliche Entscheidungen bei der Auswahl der Anlagen und Maschinen mit einbezogen. Sie werten Prüfergebnisse auf Grundlage der Qualitätssicherung aus (LF 9).

Im dritten Ausbildungsjahr werden in der Automatisierung Maschinen und Anlagen bedient und deren Produktionsprozesse ausgewertet und gesteuert.

Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die Wirkungsweisen steuerungs- und regelungstechnischer Baugruppen und unterscheiden die verschiedenen Ein-, Verarbeitungs- und Aus-gabeeinheiten, die in Anlagensteuerungen eingebunden werden. Weiterhin programmieren sie Maschinen, übertragen die Programme und richten diese Maschinen unter Beachtung der Vorschriften zur Arbeitssicherheit ein. Diese Durchführungen werden unter dem Aspekt von Qualitätssicherung reflektiert und optimiert (LF 11).

Die Schülerinnen und Schüler planen die Prozessauswertung, indem sie technologische, wirtschaftliche Kennwerte und qualitative Daten analysieren. Hieraus leiten sie Prozesskenngrößen ab, die im Kontext des Produktionsprozesses umgesetzt werden. Der Einsatz von Prüf- und Messsystemen wird von den Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Qualitätssicherung bewertet. Mit Hilfe von Informationshandhabungssystemen dokumentieren und optimieren sie Prüfergebnisse (LF 12).

Instandhaltungsprozesse

Im ersten Ausbildungsjahr erlernen die Schülerinnen und Schüler anhand von technischen Unterlagen Maschinen und Geräte zu warten, zu inspizieren und instand zu setzen. Dabei analysieren sie die Bezeichnungen von Betriebs- und Hilfsstoffen und führen Wartungs- Inspektions- und Instandsetzungsarbeiten unter Beachtung der Vorschriften zum Umwelt- und Gesundheitsschutz durch. Sie dokumentieren die durchgeführten Instandhaltungsmaßnahmen und beschreiben mögliche Fehlerursachen, um diese zukünftig zu vermeiden (LF 4).

Im dritten Ausbildungsjahr untersuchen die Schülerinnen und Schüler Produktionsprozesse im Hinblick auf die Prozessstabilität, indem sie Werkzeuge des Qualitätsmanagements umsetzen. Über Prozessanalysen sind sie in der Lage, Störungen und Verbesserungen aufzuzeigen und anhand von Arbeitsdokumenten auszuweisen (LF 13).

Lernfeldübersicht

1. Ausbildungsjahr
Lernfeld 1Lernfeld 2Lernfeld 3Lernfeld 4

80 Std.

Bauelemente mit handgeführten Werkzeugen fertigen

80 Std.

Bauelemente mit Maschinen fertigen

80 Std.

Baugruppen herstellen und montieren

80 Std.

Technische Systeme instand halten

2. Ausbildungsjahr
Lernfeld 5Lernfeld 6Lernfeld 7Lernfeld 8Lernfeld 9

40 Std.

Bauteile durch Schneidverfahren herstellen

40 Std.

Bauteile durch Umformen herstellen

60 Std.

Handhabungs- und Materialflusssysteme einrichten

60 Std.

Produktherstellungsprozess vorbereiten

80 Std.

Komponenten von Produktionsmitteln analysieren

exemplarische Lernsituation 

exemplarische Lernsituation 

3. Ausbildungsjahr
Lernfeld 10Lernfeld 11Lernfeld 12Lernfeld 13

80 Std.

Produkte mit Stanz- und Umformwerkzeugen herstellen

80 Std.

Maschinen und Anlagen der Stanz- und Umformtechnik bedienen 

60 Std.

Produktionsprozesse auswerten und steuern

60 Std.

Produktionsprozesse analysieren und optimieren

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 12.10.2017