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Lernfelder und Bündelungsfächer

Beschreibung der Bündelungsfächer

Die Beschreibung der Bündelungsfächer verdeutlicht den Zusammenhang der Arbeits- und Geschäftsprozesse in gleichen oder affinen beruflichen Handlungsfeldern, die konstituierend für die jeweiligen Lernfelder sind. Die Lernfeldübersicht zeigt die Zuordnung der Lernfelder zu den Bündelungsfächern.

Herstellung und Erhaltung von Denkmälern

Das Fach Herstellung und Erhaltung von Denkmälern bündelt alle Lernfelder, deren Schwerpunkte sich von der Planung und Herstellung einfacher Postamente über die Gestaltung und das Versetzen von Denkmal- und Gedenksteinen bis zur Untersuchung und Dokumentation von Schäden an Bauwerken und Denkmälern aus Naturstein sowie den sich daraus ergebenden denkmalpflegerischen Maßnahmen erstrecken.

Im ersten Ausbildungsjahr erwerben die Schülerinnen und Schüler grundlegende Kompetenzen zum Lesen, Verstehen und zur Erstellung von Bauzeichnungen sowie zur Anfertigung von Freihandzeichnungen und von ersten Schriftentwürfen. Daneben lernen sie sukzessive, verschiedene Gesteinsarten nach ihrer Entstehung und ihren Hauptbestandteilen zu unterscheiden und können auftragsbezogen geeignete Gesteine nach ihren Eigenschaften sowie ihrer sachgerechten Verwendung auswählen. Für die Ausführung der Auftragsarbeiten eignen sich die Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung einschlägiger Vorschriften zum Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie stilkundlicher Zusammenhänge grundlegende Techniken sowohl der Flächen- und Oberflächenbearbeitung als auch des Arbeitens von Schriftzügen in Stein mit Hilfe von Handwerkzeugen an, um einfache Bauteile, wie z. B. ein Postament für einen Denkmalstein, herzustellen (LF 1).

Im zweiten Ausbildungsjahr erfolgt die Erweiterung der Kompetenzen, sodass die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, umfangreichere Arbeiten gestalten und herstellen zu können, wie z. B. einen Gedenkstein oder ein Denkmal aus Naturstein (LF 7). Die Schülerinnen und Schüler erwerben die Fähigkeit, entsprechend der Kundenwünsche zu planen, indem sie gestalterische Prinzipien, Materialeigenschaften und gültige Normen und Vorschriften hinsichtlich des Versetzens und der Gründung eines Gedenksteines berücksichtigen. Dabei erweitern sie ihre Fähigkeiten im Hinblick auf die Präsentationstechniken ihrer Planungsarbeit (z. B. notwendige Zeichnungen, Skizzen und Schriftentwürfe) sowie auf die Erstellung von Berechnungen, Arbeitsabläufen und Materiallisten, die für die Herstellung und das Versetzen erforderlich sind. Nach der Ausführung können sie ihre Arbeitsergebnisse kriterienorientiert bewerten.

Im dritten Ausbildungsjahr vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihre Kenntnisse über Natursteine und deren chemische Zusammensetzung sowie deren Widerstandsfähigkeit gegenüber Aggressorien und Umwelteinflüssen. Sie analysieren und dokumentieren eigenständig Schadensbilder, um anschließend daraus mögliche Konservierungs-, Restaurierungs- oder Rekonstruktionsmaßnahmen abzuleiten und durchzuführen (LF 11).

Gestaltung und Ausführung von Werksteinen

Das Fach Gestaltung und Ausführung von Werksteinen bündelt alle Lernfelder, deren Schwerpunkte sich von der Planung, insbesondere unter Einbeziehung gestalterischer Aspekte, bis zur Herstellung und dem Versetzen von einfacheren bis hin zu komplexen Auftragsprodukten für den Innen- und den Außenbereich erstrecken.

Im ersten Ausbildungsjahr liegt der Schwerpunkt auf der Befähigung der Schülerinnen und Schüler einfache Werkstücke, wie z. B. Mauern herzustellen (LF 2). Dabei werden gestalterische und ausführungstechnische Grundlagen sowie die Verwendung handgeführter Werkzeuge berücksichtigt. Außerdem erwerben die Schülerinnen und Schüler die erforderlichen Kompetenzen zum standsicheren Einbau von Bauteilen (LF 4). Dabei werden Vorgaben von Werkzeichnungen und allgemeine technische sowie materialtechnische Eigenschaften und Erfordernisse berücksichtigt. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen zunehmend Verantwortung für ihr Handeln, insbesondere im Hinblick auf einschlägige Vorschriften zur Unfallverhütung, zur Arbeitssicherheit und zur Entsorgung von Wert- und Abfallstoffen. Die Schülerinnen und Schüler lernen, ihre Arbeitsergebnisse vor der Lerngruppe zu präsentieren und nach der Ausführung kriterienorientiert zu bewerten.

Im zweiten Ausbildungsjahr werden weitergehende Kompetenzen erworben, die die Schülerinnen und Schüler zur Planung von Naturwerksteinarbeiten sowie zur Analyse von Vorleistungen anderer Gewerke benötigen (LF 5). Die Schülerinnen und Schüler werden in diesem Rahmen befähigt, unter Beachtung der anerkannten Regeln der Technik eine begründete Auswahl von Verlegetechniken, Baustoffen und von Natursteinen für den Innen- sowie Außenbereich zu treffen. Sie berechnen die benötigten Baustoffmengen und erstellen Verlegepläne als maßstäbliche Bauzeichnungen unter Berücksichtigung gestalterischer und bauphysikalischer Grundsätze. Ein weiterer Schwerpunkt im zweiten Ausbildungsjahr liegt auf dem Versetzen von massiven Bauteilen und dem Verlegen von Plattenmaterialien sowohl auf vorgefertigten als auch auf im Vorfeld noch anzufertigenden Unterkonstruktionen und Untergründen zur Herstellung von Treppenanlagen (LF 6) und Bodenbelägen im Innen- und Außenbereich (LF 5) für private und öffentliche Auftraggeber. Dabei eignen sich die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen an, die sie befähigen, unter Beachtung der aktuellen Normung, landespezifischer Vorschriften, Umweltschutzvorgaben sowie statischer und bauphysikalischer Erfordernisse komplexere Naturwerksteinarbeiten auch unter Verwendung handgeführter Maschinen auszuführen. Bei der Entwicklung ihrer Lösungsansätze zu konkreten Bauaufgaben werden die Schülerinnen und Schüler schrittweise an die Teamarbeit herangeführt. Im Rahmen der Kontrolle und Bewertung der Bauausführung ergreifen sie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und zur Nachhaltigkeit.

Im dritten Ausbildungsjahr erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen, die sie in die Lage versetzen, komplexe Versetz- und Verlegearbeiten zu planen und fachgerecht umzusetzen, wie z. B. komplette Innenraumgestaltungen aus natürlichen und künstlichen Steinen und Außenwandbekleidungen (LF 9, LF 10). Dabei beachten sie grundsätzlich die Standsicherheit, insbesondere bei dem Lastabtrag. Außerdem erweitern sie ihre Fähigkeiten, baukonstruktiv und bauphysikalisch begründete Lösungsansätze zu entwickeln.

Sie beurteilen die fertigen Werkstücke und Oberflächen, die mit moderner, auch numerisch gesteuerter Maschinentechnik hergestellt wurden und reflektieren den gesamten Herstellungs-, Versetz- und Verlegeprozess hinsichtlich festgelegter Qualitätskriterien.

Entwurf und Fertigung von Profilen und Plastiken

Das Fach Entwurf und Fertigung von Profilen und Plastiken bündelt alle Lernfelder, deren Schwerpunkte sich unter Berücksichtigung stilkundlicher und kompositorischer Aspekte von der Gestaltung und Ausführung einfacher Profile bis zur Ausgestaltung, zeichnerischen Darstellung und Herstellung halb- und vollplastischer Arbeiten erstrecken.

Im ersten Ausbildungsjahr liegt die Betonung auf der Befähigung der Lernenden, unter Anwendung ausführungstechnischer Grundlagen sowie unter Verwendung handgeführter Werkzeuge einfache Bauelemente, wie z. B. Profile, herzustellen (LF 3). Sie berücksichtigen hierbei neben stilkundlichen und gestalterischen Aspekten auch gesteinskundliche Kriterien.

Im zweiten Ausbildungsjahr erfolgt die Erweiterung der Kompetenz zur Gestaltung und Ausführung umfangreicherer Baumaßnahmen mit Natursteinmaterialien, insbesondere halbplastischer Arbeiten (LF 8). Die Lernenden erwerben die Fähigkeit, die Kundenwünsche gestalterisch, zeichnerisch und planerisch unter Berücksichtigung von Materialeigenschaften und unter Verwendung von Abformtechniken umzusetzen.

Die Lernenden sind im dritten Ausbildungsjahr in der Lage, komplexe Bau- und Gestaltungsaufgaben, wie z. B. vollplastische Arbeiten (LF 12), auch nach stilkundlichen Merkmalen unterschiedlicher Epochen zu gestalten und auszuführen. Der Kompetenzbereich reicht vom Anfertigen von Freihandzeichnungen nach Kundeninformationen, über das Entwickeln von Modellen mit unterschiedlichen Modellbauverfahren bis hin zur Anwendung bildhauerischer Übertragungstechniken zur Fertigung einer vollplastischen Arbeit.

Lernfeldübersicht

1. Ausbildungsjahr
Lernfeld 1Lernfeld 2Lernfeld 3Lernfeld 4

60 Std.

Postamente für Denkmäler herstellen

60 Std.

Einfriedungsmauern herstellen und versetzen

80 Std.

Profilierte Bauteile planen und ausführen

80 Std.

Umrahmungen für eine Bauwerksöffnung herstellen und versetzen

exemplarische Lernsituation 

2. Ausbildungsjahr
Lernfeld 5Lernfeld 6Lernfeld 7Lernfeld 8

60 Std.

Bodenbeläge gestalten, herstellen und verlegen

80 Std.

Treppen herstellen und versetzen

80 Std.

Denkmäler und Gedenksteine gestalten, herstellen und versetzen

60 Std.

Halbplastische Arbeiten gestalten und ausführen

3. Ausbildungsjahr
Lernfeld 9Lernfeld 10Lernfeld 11Lernfeld 12

80 Std.

Innenbereiche mit natürlichen und künstlichen Steinen gestalten und ausführen

60 Std.

Außenwandbekleidungen herstellen und versetzen

80 Std.

Bauwerke und Denkmäler konservieren, restaurieren und rekonstruieren

60 Std.

Vollplastische Arbeiten gestalten und ausführen

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 05.07.2018