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Lernfelder und Bündelungsfächer
Fachrichtung Motorradtechnik

Beschreibung der Bündelungsfächer

Die Beschreibung der Bündelungsfächer verdeutlicht den Zusammenhang der Arbeits- und Geschäftsprozesse in gleichen oder affinen beruflichen Handlungsfeldern, die konstituierend für die jeweiligen Lernfelder sind. Die Lernfeldübersicht zeigt die Zuordnung der Lernfelder zu den Bündelungsfächern.

Service

Das Fach Service fasst alle Lernfelder zusammen, deren Schwerpunkt auf Service-, Wartungs- und Inspektionstätigkeiten liegt, wobei diese Tätigkeiten sowohl durch Herstellervorgaben, als auch durch Kundenwünsche bedingt sein können. Diese Begrifflichkeiten sind dem branchentypischen Verständnis über derlei Tätigkeiten entlehnt. Bei der Durchführung von Pflege-, Wartungs-, Inspektions- und Zusatzarbeiten stehen die Funktions- und Werterhaltung von Fahrzeugen wie auch der im Zusammenhang stehende betriebliche und arbeitsprozessorientierte Ablauf im Vordergrund. Die arbeitsprozessorientierte Zuordnung der entsprechenden Lernfelder folgt im Verlauf der Ausbildungsjahre dem Ansatz eines Spiralcurriculums. Hierbei steigen mit zunehmender Ausbildungsdauer die Komplexität, die Anforderungen und der Umfang der Servicearbeiten im jeweiligen Lernfeld an, wodurch ein jeweils höheres Kompetenzniveau begründet ist. Wenn zu Beginn der Ausbildung der Fokus auf der Pflege und dem Standardservice als unterster Niveaustufe liegt, so steigen die Anforderungen mit der Ausbildungsdauer über die Durchführung von Inspektionen und solche mit Zusatzarbeiten bis hin zu Inspektionen mit Sonderprüfungen und Abnahmen als höchster Niveaustufe an. Mit zunehmender Ausbildungsdauer wird in den höheren Lernfeldern daher auch dem gesteigerten Grad an Eigenständigkeit im Arbeitsprozess Rechnung getragen.

Beschreibungen der Kernkompetenzen in den zugeordneten Lernfeldern:

Die Schülerinnen und Schüler erwerben die Kompetenz, Wartungs- und Servicearbeiten zur Funktions- und Werterhaltung an Fahrzeugen und berufstypischen Systemen nach herstellerbezogenen Standards und Kundenbedürfnissen durchzuführen und dabei standardisierte Pläne und einfache Regeln nach Vorgabe anzuwenden (LF 1).

Sie führen selbstständig Inspektionsarbeiten an Antriebs- und Energieübertragungssystemen durch (LF 5).

Die Schülerinnen und Schüler planen Serviceabläufe und führen Serviceaufgaben an Fahrwerkssystemen eigenständig durch (LF 9).

In der Fachrichtung Fahrradtechnik erwerben sie darüber hinaus die Kompetenz, Marktbedürfnisse und Kundenwünsche zu ermitteln und entsprechende Angebote zu erstellen, um auf deren Grundlage die Beschaffung und zugehörigen Dienstleistungen durchzuführen (LF 14F).

Reparatur

Das Fach Reparatur fasst alle Lernfelder zusammen, deren Schwerpunkt auf der Reparatur von Bauteilen, Baugruppen, Aggregaten und (Teil-)Systemen zum Erhalt der Fahrzeugsys-temfunktionen bzw. des betriebsbereiten Zustands des Fahrzeuges liegt. Die arbeitsprozessorientierte Zuordnung der entsprechenden Lernfelder folgt im Verlauf der Ausbildungsjahre dem Ansatz eines Spiralcurriculums. Hierbei steigen mit zunehmender Ausbildungsdauer die Komplexität, die Anforderungen und der Umfang der Reparaturarbeiten im jeweiligen Lernfeld an, wodurch ein jeweils höheres Kompetenzniveau begründet ist. Die Steigerung ergibt sich direkt durch die Betrachtung der Tätigkeiten ausgehend von einer Austauschreparatur nach standardisierten Verfahren über die Beurteilung eines Verschleißzustandes mit Festlegung des Reparaturaufwandes sowie der komplexen Schadensanalyse, –behebung und Kalkulation bis hin zur Reparatur komplexer Fahrzeugsysteme basierend auf einer umfassenden Systemkenntnis.

Beschreibungen der Kernkompetenzen in den zugeordneten Lernfeldern:

Die Schülerinnen und Schüler erwerben die Kompetenz, Bauteile, Baugruppen und Systeme nach standardisierten Plänen auszutauschen und zu reparieren, um die Fahrzeugsystemfunktionen zu erhalten (LF 2).

Weiterhin diagnostizieren sie Funktionsstörungen an elektrischen Energieversorgungs-, Antriebs-, Speicher- und Startsystemen und beheben diese (LF 7).

In der Fachrichtung Fahrradtechnik erwerben sie zudem die Kompetenz, Instandsetzungsarbeiten an Antriebskomponenten zu planen und durchzuführen, erforderliche Zusatzarbeiten zu erkennen und diese in den Arbeitsprozess einzubinden (LF 12F).

In der Fachrichtung Motorradtechnik erwerben sie zudem die Kompetenz, Instandsetzungsarbeiten an Motoren (LF 11M) und Antriebskomponenten (LF 12M) zu planen und durchzuführen, erforderliche Zusatzarbeiten zu erkennen und diese in den Arbeitsprozess einzubinden.

Diagnose

Das Fach Diagnose fasst alle Lernfelder zusammen, deren Schwerpunkt auf der Anwendung von Diagnosestrategien und einer daraus abzuleitenden Beurteilung und Instandsetzung von Baugruppen und Systemen liegt. Bei der Diagnose werden der funktionale Zusammenhang der Bauteile und der Teilsysteme und deren Wechselwirkung im System, insbesondere bei hybriden Systemen, näher betrachtet. Darüber hinaus sind die Abhängigkeiten in vernetzten Systemen vor allem auch unter sicherheitstechnischen Aspekten zu berücksichtigen. Die arbeitsprozessorientierte Zuordnung der entsprechenden Lernfelder folgt im Verlauf der Ausbildungsjahre dem Ansatz eines Spiralcurriculums. Hierbei steigen mit zunehmender Ausbildungsdauer die Komplexität, die Anforderungen und der Umfang der Diagnosearbeiten im jeweiligen Lernfeld an, wodurch ein jeweils höheres Kompetenzniveau begründet ist. Die Steigerung ergibt sich direkt durch die Betrachtung der Tätigkeiten ausgehend von einfachen Diagnosearbeiten unter Anwendung von Routinediagnosen zur Identifikation, Lokalisierung und Beseitigung von Störungen an elektrischen, elektronischen, hydraulischen und pneumatischen Systemen, um die Funktion des Gesamtsystems sicherzustellen. Daran schließt sich die Diagnose und Analyse von Funktionsstörungen an komplexen elektronischen und mechatronischen Systemen unter Anwendung der freien und geführten Fehlersuche mit Hilfe von Diagnosegeräten an, bevor systemübergreifende, komplexe Diagnosen an vernetzten Systemen und die Betrachtung der Datenkommunikation zwischen Steuergeräten an sich mit Hilfe von Expertensystemen zur Anwendung kommen.

Beschreibungen der Kernkompetenzen in den zugeordneten Lernfeldern:

Die Schülerinnen und Schüler erwerben die Kompetenz, Störungen an elektrischen, elektronischen, hydraulischen und pneumatischen Systemen zu identifizieren, Störungen systematisch zu beseitigen und die Funktion des Gesamtsystems sicherzustellen (LF 3).

Sie diagnostizieren Fahrwerkssysteme und ermitteln Ursachen für Fehlfunktionen und Schäden (LF 6).

In der Fachrichtung Fahrradtechnik erwerben sie die Kompetenz, Diagnosen an vernetzen Antriebs- und Komfortsystemen von Hybrid- und Elektrofahrzeugen durchzuführen, die Datenkommunikation zwischen Steuergeräten zu analysieren und verschiedene Systeme zur Fehlersuche zu nutzen (LF 13F).

In der Fachrichtung Motorradtechnik ermitteln sie im weiteren Verlauf Funktionsstörungen an Steuerungs- und Regelungssystemen der Antriebstechnik und beseitigen diese (LF 10M).

Sie erwerben zudem die Kompetenz, Diagnosen an vernetzten Systemen durchzuführen, die Datenkommunikation zwischen Steuergeräten zu analysieren und verschiedene Systeme zur Fehlersuche zu nutzen (LF 13M).

Herstellung, Um- und Nachrüstung

Das Fach Herstellung, Um- und Nachrüstung fasst alle Lernfelder zusammen, deren Schwerpunkt auf der Funktionserweiterung des Fahrzeugs bzw. eines Teilsystems und der Ausstat-tungsergänzung des Fahrzeugs liegt. Diese Tätigkeiten können sowohl durch Kundenwünsche als auch durch Herstellervorgaben bedingt sein. Die arbeitsprozessorientierte Zuordnung der entsprechenden Lernfelder folgt im Verlauf der Ausbildungsjahre dem Ansatz eines Spiralcurriculums. Hierbei steigen mit zunehmender Ausbildungsdauer die Komplexität, die Anforderungen und der Umfang der Herstellungs-, Um- und Nachrüstarbeiten im jeweiligen Lernfeld an, wodurch ein jeweils höheres Kompetenzniveau begründet ist. Zu Beginn der Ausbildung liegt das Hauptaugenmerk auf der Umsetzung von Kundenwünschen im Bereich einfacher Aus- und Umrüstungsarbeiten mit daran anschließender Vorbereitung der Fahrzeugübergabe, wobei vornehmlich einfache Tätigkeiten, insbesondere unter Beachtung technischer Gegebenheiten und gesetzlicher Vorschriften, erfolgen. Die Niveausteigerung ergibt sich direkt aus dem später folgenden Anspruch an die Herstellungs-, Um- und Nachrüstarbeiten an komplexen und vernetzten Systemen und die erforderlichen systemischen wie technischen Adaptionsarbeiten mit der abschließenden Vorbereitung einer nachfolgenden Kundeneinweisung.

Beschreibungen der Kernkompetenzen in den zugeordneten Lernfeldern:

Die Schülerinnen und Schüler rüsten unter Berücksichtigung von Kundenwünschen, Wirtschaftlichkeit und gesetzlichen Vorschriften Fahrzeugbauteile um und nach und bereiten das Fahrzeug für die Kundenübergabe vor (LF 4).

Sie erwerben die Kompetenz, Räder aus Einzelteilen herzustellen und mit Bereifung auszurüsten (LF 8).

In der Fachrichtung Fahrradtechnik erwerben sie weiterhin die Kompetenz, ein Fahrrad nach Kundenwunsch aufzubauen (LF 10F), kundenspezifische Wünsche zu ermitteln und auf deren Grundlage Umbau-, Erweiterungs- und Anpassungsarbeiten unter Beachtung herstellerspezifischer Vorgaben und rechtlicher Normen durchzuführen (LF 11F).

In der Fachrichtung Motorradtechnik erwerben die Schülerinnen und Schüler die Kompetenz, kundenspezifische Wünsche zu ermitteln und Angebote zu erstellen. Auf deren Grundlage planen sie unter Beachtung von Herstellervorgaben und zulassungsrechtlichen Normen Umbau-, Erweiterungs- und Anpassungsarbeiten. (LF 14M)

Lernfeldübersicht

1. Ausbildungsjahr
Lernfeld 1Lernfeld 2Lernfeld 3Lernfeld 4

80 Std.

Fahrzeuge und Systeme nach Vorgaben warten und inspizieren

100 Std.

Einfache Baugruppen und Systeme prüfen, demontieren, austauschen und montieren

100 Std.

Funktionsstörungen identifizieren und beseitigen

40 Std.

Umrüstarbeiten nach Kundenwünschen durchführen

2. Ausbildungsjahr
Lernfeld 5Lernfeld 6Lernfeld 7Lernfeld 8

80 Std.

Inspektionen an Antriebssystemen durchführen

80 Std.

Fehlfunktionen und Schäden an Fahrwerkssystemen diagnostizieren

80 Std.

Funktionsstörungen an elektrischen Systemen diagnostizieren und beheben

40 Std.

Räder herstellen und instand setzen sowie mit Bereifung ausrüsten

exemplarische Lernsituation 

3. Ausbildungsjahr
Lernfeld 9Lernfeld 10MLernfeld 11MLernfeld 12M

80 Std.

Serviceaufgaben an Fahrwerkssystemen durchführen

80 Std.

Mechatronische Systeme des Antriebsmanagements diagnostizieren

60 Std.

Motoren instand setzen

60 Std.

Antriebskomponenten instand setzen

4. Ausbildungsjahr
Lernfeld 13MLernfeld 14M

60 Std.

Vernetzte Systeme diagnostizieren

80 Std.

Aus-, Um-, und Nachrüstung anbieten

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 24.03.2017