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Gestaltung gemeinsamen Lernens in der Praxis

Hinweise zu häufig verwendeten Unterrichtsmedien

Je nach Art der Einschränkungen sind die Schülerinnen oder Schüler darauf angewiesen, individuelle Zugänge zur barrierefreien Teilnahme am Unterricht zu erhalten. Nachfolgend werden häufig eingesetzte Medien beispielhaft mit einem "inklusiven Blick" betrachtet:

  • Schriftliche Unterlagen
    • Schriftlich festgehaltene Arbeitsergebnisse ermöglichen für die meisten Schülerinnen und Schüler Orientierung in und Speicherung von Inhalten. Für Schülerinnen und Schüler mit Hörbehinderungen oder mangelnden Sprachkenntnissen sind sie entscheidend für das Verstehen.
    • Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen können im Unterricht keine Notizen parallel zum Unterrichtsgeschehen anfertigen. Hier kann die Führung eines Unterrichtsprotokolls helfen bzw. können Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler eigene Notizen an die Hand geben.
    • Menschen mit dem Förderschwerpunkt Sehen arbeiten darüber hinaus mit digitalen Fassungen der Unterrichtsmaterialien, um sich diese vorlesen und vergrößern lassen zu können.
    • Umsetzen von Texten in einfache und leichte Sprache (s.  unsere Internetpräsenz in leichter Sprache)
  • Bilder
    • Bilder ermöglichen die Verknüpfung abstrakter Begriffe und Ideen mit konkreter Anschauung. Ein Bild kann eine Erinnerungshilfe sein. Deshalb ist es wichtig, dass Bilder, die im Unterricht verwendet werden, eindeutig und relevant sind. Für Menschen mit Sehbehinderung sind Größe, Auflösung und Kontraste zusätzlich ein wichtiges Kriterium. Menschen mit Sehbeeinträchtigung benötigen ggf. eine Beschreibung der Bilder.
    • Piktogramme eignen sich gut zur Verbildlichung von Inhalten für Menschen mit kognitiven Einschränkungen; im Bereich der Leichten Sprache sind sie Standard. (Hinweise zur Leichten Sprache bietet das Netzwerk Leichte Sprache e. V.)
  • Videos
    • Die Schulbuchverlage haben in den vergangenen Jahren begleitend zu den Fachbüchern multimediales Unterrichtsmaterial mit animierten oder interaktiven Veranschaulichungen und/oder kurzen Videos entwickelt. Menschen mit dem Förderschwerpunkt Sehen fehlen die visuellen Informationsanteile, Menschen mit dem Förderschwerpunkt Hören die auditiven Anteile. Was für einen sehenden und hörenden Menschen eine Bereicherung ist, ist für einen Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen nur dann sinnvoll, wenn die fehlenden Teile durch Audiodeskriptionen oder Untertitel ersetzt werden.
  • Stimmlicher Ausdruck
    • Menschen mit visuellen Einschränkungen sind darauf angewiesen, Informationen ohne visuelle Zusatzinformationen zu verstehen. Ausdrucksvolles Sprechen erhält die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler.
  • Gebärden
    • Ein paar grundlegende Gebärden wie "Guten Morgen" oder "Wie geht es Ihnen?" sind für alle am Unterricht Beteiligten hilfreich, um eine positive Beziehung aufzubauen.
  • Assistive Technologien
    • Technische Hilfsmittel wie Braillezeile, Tafelbildkamera oder Mikroport-Anlagen unterstützen die Teilhabe von Schülerinnen und Schülern mit Sinnesschädigungen.
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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 09.03.2018