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Hochschultage Berufliche Bildung 2017

Workshop 14 Übergänge und Statuspassagen
Übergänge und Statuspassagen im beruflichen Bildungswesen – Ausgewählte Befunde für die neuen Bundesländer

Forschungsgruppe "Demografie und Fachkräftesicherung" der Universitäten
TU Dresden: ProfIn Dr. Manuela Niethammer
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg: Prof. Dr. Robert Jahn
Universität Rostock: Prof. Dr. Andreas Diettrich
(Koordination des Workshops: Prof. Dr. Klaus Jenewein)

Die Berufsbildung in Deutschland steht mitten in einem demografischen Veränderungsprozess, der durch einen kontinuierlichen Rückgang der Ausbildungsnachfrage gekennzeichnet ist und bis weit in die 2020er Jahre hinein anhalten wird. Dieser Prozess wird auch durch neuere Entwicklungen etwa im Zusammenhang von Migration und Inklusion nicht geändert, denn deren Effekte reichen für nachhaltige Marktveränderungen bei weitem nicht aus. Unternehmen beklagen seit einigen Jahren eine sich anhaltend verstärkende Problemlage, über die betriebliche Ausbildung ihre Fachkräftesicherung zu gewährleisten. Rezeptive Handlungsansätze scheinen dabei wenig zielführend.

In den neuen Bundesländern ist diese Entwicklung bereits um 10 Jahre weiter fortgeschritten als im Westen. Die Ausbildungsnachfrage ist bis etwa 2012 dramatisch eingebrochen und stabilisiert sich seitdem auf einem anhaltend niedrigen Niveau. Ein durchgehender Bewerbermangel führt zu gravierenden Verwerfungen in klein- und mittelbetrieblich dominierten Wirtschaftssektoren. Im gesamten Osten der Republik führt ein enormer Rückgang der Schulabgängerzahlen u. a. dazu, dass die Ausbildungsplatznachfrage sinkt und in manchen Berufen faktisch zusammenbricht.

Aber auch viele ausbildungsinteressierte Jugendliche verbleiben ohne Ausbildungsstelle, sodass weiterhin Versorgungsprobleme bestehen. Die Lösung betrieblicher Rekrutierungsprobleme impliziert also auch die Stärkung des Übergangs ausbildungsinteressierter Jugendlicher in Ausbildung.

Für kleine und mittlere Unternehmen wird die dramatische Entwicklung dadurch verschärft, dass in vielen Ausbildungsberufen die Vertragslösungsquote sehr stark angestiegen ist und sich in nicht einigen Fällen mehr als verdoppelt hat. Auch für den Übergang in die Berufstätigkeit stellt sich die Frage der Fachkräftesicherung, wenn bspw. vertikale und horizontale berufliche Veränderungen in den Gesundheits- und Pflegeberufen mit einer hohen Fluktuation nach der Ausbildung einhergehen.

Der Workshop will eine aktuelle Übersicht über den Erkenntnisstand zu dieser Entwicklung bieten und sich hieraus ergebende Forschungsfragen herausarbeiten. Berufliche Arbeits- und Bildungsprozesse sowie Übergänge und Statuspassagen werden mit Fokus auf verschiedene berufliche Domänen betrachtet. Prozesse der Berufsorientierung und Berufsausbildungsvorbereitung, der Berufsausbildung, der Fort- und Weiterbildung, des Aufbaus beruflicher Identität(en), des Berufswechsels etc. werden biografisch konzeptualisiert und durch Forschungs- und Entwicklungsfragen konkretisiert, die im interdisziplinären Fokus über längere Entwicklungszeiträume zu bearbeiten sind. Ferner wird diskutiert, warum die Ausbildungswünsche der Bewerber und die Ausbildungsangebote der Betriebe nicht (mehr) zusammenkommen und wie Passungsprobleme entschärft werden könnten. Die Initiatoren gehen dabei davon aus, dass am Beispiel der ostdeutschen Bundesländer mit der Erforschung fortgeschrittener Entwicklungen Wirkungen aufgezeigt und Strategien erarbeitet werden können, die auch für den in den westdeutschen Bundesländern anstehenden demografischen Wandel relevant sind.

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 13.04.2017